Starke Verwaltung, starker Standort: In einer neuen Serie holt „SPIRIT of Styria“ Spitzenrepräsentanten der Verwaltung vor den Vorhang und gibt Einblick in den Spirit der steirischen Verwaltung. Diesmal: Landesamtsdirektorin Brigitte Scherz-Schaar

an ihrem Arbeitsplatz in der Grazer Burg
Die wichtigste(n) Aufgabe(n) meiner Organisation: Eine moderne und effiziente, zugleich bürgernahe und -freundliche öffentliche Verwaltung sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Denn die Menschen in der Steiermark haben Anspruch auf eine kompetente und leistungsfähige Verwaltung und rasches und nachhaltiges Agieren der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung. Ziel muss es sein, im Rahmen der Gesetze bestes Service zu bieten. Denn Menschen kommen in allen ihren Lebensbereichen mehr oder weniger stark mit Rechtsvorschriften und Behörden in Berührung.
Meine zentrale Aufgabe als Landesamtsdirektorin: Ich habe dafür zu sorgen, dass unser „Betrieb“ gut läuft. Das heißt, dass Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herrschen, die eine effektive und effiziente Aufgabenerledigung möglich machen – es gilt, zweckmäßig, wirtschaftlich und sparsam die gesetzlichen Aufgaben zu erledigen.
Was mir an meinem Job besonders gefällt: Die Steuerung einer großen Organisation in ihrer Gesamtheit – bei all den vielfältigen und unterschiedlichen Aufgaben, die wir zu erfüllen haben. Denn am Ende des Tages geht es trotz aller Regelungen immer um Menschen. Natürlich gibt es auch Arbeitsalltag und Routinen, aber auch jeden Tag neue Fragen und Herausforderungen, die den Job immer noch tagtäglich spannend und herausfordernd machen.
Wie viel Gestaltung darf Verwaltung? Verwaltung darf nicht nur gestalten, sie muss gestalten – natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Als Hilfsapparat der Politik kann und muss Verwaltung sich mit ihrer Kompetenz einbringen und ihren Beitrag leisten.
Die aktuell größte Herausforderung für meine Organisation: Die demografische Entwicklung und damit die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist auch für den öffentlichen Dienst eine Herausforderung. Dazu kommt der verstärkte Einsatz moderner Technologien (Digitalisierung und KI), der die Verwaltung weiter stark verändern wird. Auch für die Verwaltung sind die immer komplexer werdenden Rechtsvorschriften und deren Vollziehung eine Herausforderung. Deregulierung ist ein Gebot der Stunde.
Ist Vorschrift immer Vorschrift? Wenn damit gemeint ist, dass wir als öffentliche Verwaltung des Landes Steiermark korrekt und gesetzesgemäß entscheiden, dann: Ja.
Von meinen Mitarbeitern erwarte ich: Loyalität, Engagement und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszudenken. Ein wertschätzender Umgang mit allen Kolleginnen und Kollegen und den Bürgerinnen und Bürgern, für die wir da sind, muss eine Selbstverständlichkeit sein.
Digitalisierung in der Verwaltung ist … Unabdingbar und spielt eine immer größere Bedeutung. Ohne Digitalisierung ist eine moderne Verwaltung nicht mehr vorstellbar.
Ein Satz, den ich nicht mehr hören kann: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Glücklicherweise höre ich diesen Satz immer seltener.
Was ich mir vom Gesetzgeber wünschen würde: Keine Anlassgesetzgebung und dass Deregulierung auf allen Ebenen keine Worthülse und leeres Verspre chen bleibt, sondern Rechtsvorschriften systematisch hinterfragt und vereinfacht werden sollen und auch dem Aspekt Eigenverantwortung wieder stärker Rechnung getragen wird.
Mein größtes Ziel: Die Landesverwaltung wird von der Bevölkerung und der Wirtschaft als effiziente und bürgernahe, moderne Organisation gesehen, die ermöglicht und nicht verhindert – außer dort, wo es ihre Aufgabe ist.
Die Zukunftsfrage Nummer eins für die Gesellschaft: Wie gelingt es, in einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft weiterhin das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen und trotz aller unterschiedlichen Auffassungen im Dialog zu bleiben. Und angesichts der politischen Weltlage: Frieden
Entspannung in der Freizeit finde ich … Gemeinsam mit meinem Mann bei Sport und Reisen, mit Familie und Freunden und natürlich beim Lesen. Bei guter Lektüre kann man schnell dem Alltag entfliehen und sich in eine andere Welt versetzen.
Lieblingsbuch: Vor allem gut recherchierte historische Romane, z.B. Kleopatra von Margarete George
Lieblingsmusik: Stille
Sehnsuchtsort: Da gibt es mehrere. Hauptsache, mein Mann ist dabei.
Landesamtsdirektorin Brigitte Scherz-Schaar
Geboren 1966 in Voitsberg
Studium der Rechtswissenschaften
Gerichtsjahr in Graz, danach Bundesministerium für Unterricht und Kunst – Abteilung für europäische Integration (1992–1996)
Seit 1996 Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Referatsleiterin für den Bereich Qualifizierung und Beschäftigung, Leiterin des politischen Büros LH Voves; Stabsstellenleiterin in der Landesamtsdirektion)
Seit 2013 stellvertretende Landesamtsdirektorin
Seit 2020 Landesamtsdirektorin
Foto: Oliver Wolf